PRESSEMEINUNGEN

 
 

AUSSTELLUNG: Garten Eden
KERAMIKEN VON GRITA GÖTZE UND ZEICHNUNGEN VON RALF WILHELM SCHMIDT IM KUNSTKONTOR AM JUNGFERNSEE

POTSDAM / NAUENER VORSTADT - In der Kunst ist vieles möglich. Steht man jedoch vor Ralf Wilhelm Schmidts Zeichnungen, so fragt man sich verblüfft und irritiert: Ist das denn möglich?

Da wagt sich einer mit simplem Bleistift an über ein Meter breite und nahezu ein Meter hohe Formate. Jeder Quadratzentimeter dieser Flächen, auch bei kleineren, aber nie kleinsten Formaten, ist detailreich durchgezeichnet. Nirgends gibt es Anzeichen der Großzügigkeit oder Ermüdung beim Zeichnen nach der Natur. Jeder Grashalm, jedes Blatt von Bäumen und Strauchwerk wird respektvoll wie gleichermaßen liebevoll in seiner Individualität aufs Blatt gesetzt. Erstaunlich, dass er sich darin nicht verirrt. Das ganze findet zu seiner Bildordnung.

Schmidt will mit seiner zeichnerischen Perfektion nicht glänzen. Er verleugnet geradezu die Technik der Bleistiftzeichnung. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass das alles bis hin zu den zartesten Grautönen mit dem Bleistift gemacht ist. Dennoch ist es kein Naturalismus, auch kein Fotorealismus. Was die Zeichnungen offenbaren, ist keine banale Realität mit all ihren Verwerfungen und Zerstörungen in der Natur. Es ist ein Paradies, wie es nie war und auch nicht sein wird.

Erstaunlich dabei ist, dass Schmidt erst seit zwei Jahren zeichnet. Sein künstlerisches Handwerk hat er in Kursen bei zwei Luckenwalder Künstlern, bei Karl Späth und Erika Haase, gelernt. Er selbst, geboren 1969, ist bodenständiger Luckenwalder. Als gelernter Tischler hat er bis 2008 im Forst gearbeitet. „Ich achte die Natur, sie lehrt uns, dass wir Menschen nicht der Mittelpunkt sind, sondern Teil ihrer Einzigartigkeit.“ Schmidt feiert sie in der Einzigartigkeit seiner Zeichnungen.

Galeristin Friederike Sehmsdorf hat ihm in der Ausstellung „Garten Eden“ mit dem künstlerisch reifen Werk von Grita Götze einen noblen Rahmen gegeben. Auch hier handwerkliche Perfektion. Auch hier eine aus der Wirklichkeit sublimierte sinnliche Fülle der Formen. Doch hier ist ein künstlerisches Maß gefunden. Grita Götzes ausgestellte Arbeiten sind Juwelen keramischer Schöpfungen in Form und Dekor. Geboren im erzgebirgischen Schlema, aufgewachsen in Halle und Gernrode, kommt sie nach einer Töpferlehre in Bürgel auf die Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein. 1985 legt sie ihr Diplom mit einer Wandgestaltung im Steinzeugwerk Bitterfeld ab und macht sich ein Jahr später mit eigener Werkstatt selbständig. Selten findet sich Keramik, deren ausgereifte, von der Natur inspirierte Formen sich mit einer diszipliniert sinnlichen Fülle des Dekors zu derart hochästhetischen Kunstwerken verbinden.

Von Arno Neumann

Kulturportal Brandenburg der Märkischen Allgemeinen
http://kulturportal.maerkischeallgemeine.de


Potsdamer Neueste Nachrichten 12.07.2011

Keramik und Zeichnungen von Grita Götze und Ralf Wilhelm Schmidt in der Galerie Kunstkontor
IM TEMPEL DER NATUR

Boten der Stille. Blätter rauschen, Libellen surren, Vögel zwitschern im Geäst. Man kann es förmlich hören: das fröhlich-leise Glucksen im Füllhorn der Natur. Mit beiden Händen wird es ausgeschüttet und breitet sich zum „Garten Eden“ aus, bestellt von dem Maler Ralf Wilhelm Schmidt und der Keramikerin Grita Götze. Beide gehen derzeit in der Galerie Kunstkontor eine sommerfrische Liaison ein.

Die schlankwüchsigen Vasen von Grita Götze stehen wie Wächter der ungetrübten Schönheit auf Podesten und flankieren in ihrer üppigen Farbigkeit die schwarz-weißen Zeichnungen Ralf Wilhelm Schmidts. Auch er weiß mit Üppigkeit zu überraschen, die er einzig mit Bleistift in Hunderten von Stunden der Natur abgetrotzt hat. Wiesenstücke, ausladende Bäume, Uferstreifen werden herangezoomt und in ihrer Vielgliedrigkeit freigelegt. Die lichtdurchfluteten Bilder verströmen eine wärmende Wohligkeit, die Eiche bekommt Raum, ihr herrschaftliches Geäst auszubreiten, die Ente am Teich schaut mit achtsamem Blick in ihre Gräserwelt. Fast fotografisch genau nimmt er das Abenteuer Natur unter die Lupe. Der in Potsdam lebende Künstler sucht nach der Seele der Dinge, begibt sich meditativ in die Stille des Wegträumens. Nach 20 Jahren Arbeit im Acht-Stunden-Trott wollte Ralf Wilhelm Schmidt seinen Kopf freibekommen, gab seinen Beruf als Forstarbeiter auf und besuchte Zeichenkurse, um sich neu zu finden. Gern begleitet man ihn auf diesem Weg der kleinen Überraschungen, auf dem selbst ein knorriger alter Baum ein Seh-Abenteuer ist und sein morsches Inneres unverhohlen preisgibt: im Sterben schön. Bizarr und wild-romantisch, dann wieder in lieblicher Idylle spiegelt sich das oft Übersehene. Das Bild „Erschöpft“ ist die einzige Irritation. Ein riesiger muskulöser Männerarm hängt müde über einem wilden Wasserfall. Er steht offensichtlich für den Scheideweg des Künstlers: für den Aufbruch aus der Lähmung ins quellsprudelnde Neuland.

Anzeige„Die Natur hat tausend Freuden für den, der sie sucht und mit warmem Herzen in ihren Tempel eintritt“, wird die Dichterin Rahel Varnhagen von Ense auf dem Ausstellungsflyer zitiert. So wie Ralf Wilhelm Schmidt diesen Tempel mit wachen Sinnen durchschreitet, ist er auch für Grita Götze das wahre Paradies. „Nie wieder Bauhaus, das Leben ist eine üppige Angelegenheit“, sagt die Künstlerin, die eine Töpferlehre in Bürgel absolvierte und an der Burg Giebichenstein in Halle studierte. Nachdem ihre drei Kinder ihr wieder mehr Zeit lassen, beackert sie nun den Garten Eden. Ihre Keramik strotzt nur so vor floraler Fülle und der Kraft des Sommers. Die gedrehten Vasen mit der frechen „Zipfelmütze“ und ihre Wandteller sind überflutet vom Blütenzauber. Rosen, Nelken, Mohn, Lampionblume protzen mit ihrer Harmonie der Farben, ohne schreiend bunt zu werden. Nichts Welkes und Verblühtes ist zu sehen. Auch ihre elfengleichen Wesen betören mit Jungfräulichkeit. Anmutige Frauen tanzen einen Reigen, aufreizend in ihren transparenten fließenden Gewändern, die die schlanken dunklen Körper durchscheinen lassen. Grita Götze zeigt sich auch fasziniert von der japanischen Ästhetik. Immer wieder sind es Fächerdamen, die die Vasen zieren: Gefäße, die wie Skulpturen wirken, weiblich, exotisch und dem Schönheitsgedanken ergeben.

In dieser floralen Welt haben sich natürlich auch Vögel, Insekten, Wald- und Wiesenelfen eingenistet, die durch Obst und Gemüse und durch ein Blätterdickicht flattern. Was so federleicht und heiter erfrischend den Betrachter vereinnahmt, ist einem aufwendigen Arbeitsprozess abgerungen. Genaue Skizzen, hineingeschnittene Dekors und ein ausgeklügeltes System mehrfach gebrannter Glasuren und Engoben gehen dem Märchen voraus. Grita Götzes blühende Verschlingungen umschließen die Keramik wie eine zarte Schutzschicht. Im Feuerbrand der Illusion.

Von Heidi Jäger


Im „Garten Eden“.Die schlankwüchsigen Vasen von Grita Götze stehen wie Wächter der ungetrübten Schönheit auf Podesten und flankieren in ihrer üppigen Farbigkeit die schwarz-weißen Zeichnungen Ralf Wilhelm Schmidts.
Foto: Andreas Klaer (Foto entnommen PNN http://www.pnn.de/potsdam-kultur/514159/)

 

 
 
 

AUSSTELLUNG: Die Mauer lebt -
JENS LORENZEN IN DER "KUNSTKONTOR"
- GALERIE AM JUNGFERNSEE

POTSDAM / NAUENER VORSTADT - Die Geschichte der „Mauer“ beginnt irgendwann 2007 im tiefen West-Berliner Kiez. Jens Lorenzen, seit 1991 Wahlberliner mit einem Atelier in Kreuzberg nahe dem Kottbuser Tor, experimentiert schon seit Jahren mit Marken als den Ikonen der Moderne. Seine Bilder, kräftig gespachtelt mit immer wieder gebrochenem Farbauftrag auf grauem Grund, haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Sie wirken wie alte, in unsere Zeit hinübergerettete Wandmalerei, die lädiert ist von Nässe und Schwamm, von bröseligem Putz oder auch überdeckt von darüber geklebten Schichten mit neuen bunten Motiven auf Papier. Botschaften der Gegenwart im angegrJens Lorenzeniffenen Gewand einer alten Zeit. Als „Etruskermalerei“ umschreibt „Kunstkontor“-Galeristin Friederike Sehmsdorf, die ihn jetzt in Potsdam vorstellt, diese früheren Arbeiten des Künstlers.

Dann gab es die Idee: Jens Lorenzen wollte, wie er sagt, „ein Bild malen zur Teilung Deutschlands“. Der Sinn des Künstlers für Marken bestimmte die Eröffnung mit der Feststellung, dass es Begriffe gibt, die bei Ostdeutschen ganz andere Assoziationen aktivierten als bei Westdeutschen. Bei „Rotkäppchen“ zum Beispiel dachte man im Westen lange Zeit zuerst an einen Camembert, während man im Osten eine Sektkellerei damit verband.

Zunächst dachte Lorenzen an ein Bild, auf dem er Beispiele für diese in Ost und West so unterschiedlich besetzten Codes ausloten wollte. Doch rasch entwickelten die Motive, Begriffe, Parolen und Assoziationsketten ein verblüffendes Eigenleben. Der Raum zwischen Käse und Sekt füllte sich mit Zeitungstiteln über Gorbatschow und Kohl, einer Überschrift „Kanzler schafft Vertrauen“ Jens Lorenzenfolgte, als wäre es ein Kommentar dazu, eine „Persil“-Werbung, zu der bei einem breiten Publikum ein „Da weiß man, was man hat“ anklingt. Zum ersten Bild gesellte sich ein zweites und bald auch ein drittes. Die Themen, Motive und Farbfelder griffen als Zitat, als Echo und Fluss auf die Nachbarbilder über, die in Serie unversehens zu Segmenten einer Farbmauer wurden.

Vier dieser „Mauern“ in unterschiedlichen Formaten mit jeweils 20 bis 25 Bildern hat Lorenzen bis heute gemalt. Die Arbeiten sind durchnummeriert, das Minus oder Plus vor der Ziffer bestimmt jeweils die Position zum Ursprungsbild. Für Bewegung sorgt nicht zuletzt der Kunsthandel, der Lücken in die Mauer reißt, die sich mit der Neuformierung der Arbeiten rasch wieder schließen.

Dass jedes Bild auch gut für sich alleine steht, wird jetzt im „Kunstkontor“ demonstriert. Neben Arbeiten aus einer Zeitungsmotivserie „Mauer III“ und Bildern der Engel-Serie „Mauer II“ wird im großen Medaillonformat auch die Neufassung einer Arbeit gezeigt, die dem Künstler zu einer Audienz bei Papst Benedikt XVI. verhelfen sollte. „Wir sind Papst!“, titelte die „Bild“-Zeitung nach der Papst-Wahl Joseph Ratzingers im April 2005. Jens Lorenzen hat auch diese Schlagzeile zu Kunst gemacht.

Geboren 1961 in Schleswig, studierte er nach einem Auslandsaufenthalt in Cleveland Ohio, USA, nach dem Abitur und der Ausbildung zum Tischlergesellen ab 1985 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig bei Hermann Albert Malerei. Seit 1991 ist freischaffend tätig.

Von Volker Oelschläger
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12084151/60709/Jens-Lorenzen-in-der-Kunstkontor-Galerie-am-Jungfernsee.html

Original-Artikel als pdf-Datei



Potsdamer Neueste Nachrichten 28.05.2011

BUNTE BILDERWELT IN MAUERFORM

Der Maler Jens Lorenzen schafft ein eigenes Universum aus Medienbildern / Zu sehen im Kunstkontor Der Löwe brüllt. Bei Metro Goldwyn Meyer reißt er sein Maul auf und für das Löwenbräu Bier. Tarzan mit gezücktem Messer daneben. Eine schwarze Schönheit reicht dem Dschungelheld eine Schale mit Früchten. Joseph Ratzinger grüßt mit leicht verklärtem Lächeln: Wir sind Papst. Ein völlig weggetretener Jesus wird gesalbt – mit Penatencreme. Irgendwie hängt alles mit allem zusammen in der Bilderwelt von Jens Lorenzen. „Die Mauer“ ist der Titel seiner aktuellen Werkreihe. Ein kunterbunter Kosmos entspannt sich entgegen den ersten Assoziationen des Titels vor den Augen der Betrachter im „Kunstkontor“. Lorenzen baut seine eigene Mauer, eine aus Bildern.

Eigentlich ist es auch keine Mauer, sondern ein Reigen, der um Zeitgeschehen, Gegenwart, Vergangenheit, Medien, Nachrichten, Werbung und was noch alles kreist. Aus
Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen und anderem Druckwerk entnimmt der Maler seine Vorlagen. Er baut daraus einen Spiegel des Informationsstroms, der die Welt durchfließt. Jens LorenzenDabei kennt Lorenzen keine Hierarchien, weder bei der Bildordnung, noch bei den Inhalten. Ein Pfefferminzmädchen, Che Guevara, Jesus und Marlene Dietrich, alle Stars begegnen sich auf gleicher Augenhöhe auf den Bildern.

Geboren in Schleswig-Holstein, ausgebildet bei Professor Hermann Albert an der HBK Braunschweig lebt und arbeitet der 1961 geborene Lorenz in Berlin. Auf seinen frühen Bildern fanden sich reduziert gemalte, rätselhafte Zeichen und Symbole. Dann entdeckte er sein gegenwärtiges Thema. Das könnte sich nun schier endlos erweitern, denn die Realität bietet immer neuen Stoff für die wachsende Mauer.

„Ich arbeitete an einem Bild, in dem ich verschiedene Vorlagen kombinierte. Dann merkte ich, wie der Platz nicht ausreichte und übernahm Randelemente des Bildes Jens Lorenzenin ein neues Bild, das ich auch wieder aus Fotos zusammensetzte“, beschreibt der Maler sein Schlüsselerlebnis bei der Bildfindung für die Reihe. Die Kanten der Bilder der Reihe schließen aneinander an. So entsteht die Mauer:

Diese erinnert an die Pariser Affichisten der 60er Jahre. Fasziniert von der bunten Plakatwelt und den reizvollen Bildkombinationen, die sich ergeben können, wenn Plakatwände zerfleddern, machten die Franzosen aus dem Zufall eine Methode. Sie rissen Papier von den Werbemauern und schufen daraus neue Bilder die heute nicht zuletzt vom Zeitkolorit zeugen. Einen Schritt weiter ging bereits James Rosenquist. Der Pop-Art-Künstler und Plakatmaler kombinierte Werbemotive in Ölbildern zu einer surreal wirkenden Pop-Welt. Auch Lorenz übernimmt die Papiervorlage nicht, sondern verwendet sie als Vorlage für ein Gemälde, das er in überzeugendem Realismus auf die Leinwand bringt.

Von der Pop-Art ist Lorenz allerdings ein gutes Stück entfernt. Der Reiz seiner Mauer liegt in immer wieder an anderer Stelle fortgesetzten Geschichten und Motiven. Während die
Zigarettenmarke Lucky Strike den Glückstreffer schon im Namen trägt, muss Rocky Jens LorenzenBalbaoa ihn sich in immer neuen Boxerfilmen hart erkämpfen. Beide zusammen finden sich auf einem Bild von Lorenz. Etwas weiter auf der Mauerwand bleckt dann ein blutiges Skelett. So zufällig die gewählten Motive auf den ersten Blick wirken, lassen sie doch eine geschickte Bildgliederung erkennen. Der pastose, dabei aber gleichzeitig verblüffend genaue Farbauftrag zeigt den technisch versierten Maler und evoziert treffend die ästhetische Nähe zur Plakatwand.

Erfreulicherweise verzichtet Lorenz dabei auf jede Überhöhung oder Kommentierung der
dargestellten Inhalte. Letztlich interessiert den Künstler die Malerei und nicht die Bedeutung. Das macht die Mauer zu einer recht erfreulichen Variante von Dokumentarmalerei, die sicher länger Bestand hat als die dargestellten Werbebilder.

von Richard Rabensaat
http://www.pnn.de/potsdam-kultur/442535/



 
 


Ausstellung im Mai 2011 "GUDRUN BRÜNE - TRAUM UND WIRKLICHKEIT" anlässlich des 70. Geburtstages der Künstlerin in der Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam (Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Herrn Mathias Platzeck, in Zusammenarbeit mit Galerie KUNST-KONTOR Friederike Sehmsdorf )

AUSSTELLUNG: Puppen, Masken, Menschen
DIE SPARKASSE WÜRDIGT GUDRUN BRÜHNE

POTSDAM - Wenn die Malerin Gudrun Brüne sagt, sie interessiere sich für Menschen, so mag das zunächst verwundern. Auf ihren Gemälden nämlich – das haben wir doch zumindest im Kopf – sahen wir über Jahrzehnte hinweg in der Regel kaum etwas Lebendiges. Stillleben mit Masken und Puppen – dies waren stets Gudrun Brünes Motive.

Gudrun Brühne - Puppenkopf mit ZopfflechteFür die Malerin kein Widerspruch zum eingangs zitierten Satz. Die Maske, so Brüne, deren Werke die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam bis zum Sommer in ihren Geschäftsräumen in der Berliner Straße in der Ausstellung „Traum und Wirklichkeit“ präsentiert, sei „ein Subjekt, das für unheimlich viel stehen kann“. Beliebigkeit meint die Malerin und Ehefrau des Malers Bernhard Heisig damit jedoch wohl kaum.

Brünes Blick auf die Welt oder – um mit der 1941 in Berlin geborenen Künstlerin zu sprechen – „ihr Menschenbild“ lässt sich in ihrem Werk deutlich erkennen. Es ist ein durchaus nachdenkliches.

Gudrun BrühneDies zeigt sich schon im oft von Dunkelheit beherrschten Kolorit, in Titeln wie „Und immer wieder Guernica“ oder „Mondsüchtige“, aber eben auch in den Motiven. Hier liegen verstümmelte Puppenleiber zu Bergen aufgetürmt übereinander, dass man unweigerlich an Krieg und Auschwitz denken muss. Da sind Masken, verwelkte Blätter und eine verbeulte Tuba zum melancholischen StilllebeGudrun Brühnen arrangiert.

Rund 35 Arbeiten – meist Gemälde aus den vergangenen zwei Jahrzehnten – haben die Künstlerin und die Potsdamer Galeristin Friederike Sehmsdorf ausgewählt. Zahlreiche zeigen Menschen und bestätigen so das Interesse der Künstlerin am Leben. Am Freitag wird die Ausstellung eröffnet.

„Traum und Wirklichkeit“: Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam, Berliner Straße 52, Potsdam. Mo-Fr während der Geschäftszeiten.

Von Martin Stefke
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12075014/63369/Die-Sparkasse-wuerdigt-Gudrun-Bruene-Puppen-Masken-Menschen.html


 
 
 

Der Maler Clemens Gröszer. ZWISCHEN ANMAßUNG UND DEMUT

Antlitz", das ist die gehoben dichterische, wohl auch ein wenig altmodische Bezeichnung für Gesicht. Für das, was der Mensch anderen zuwendet - als Visitenkarte - und das etwas von seinem Wesen preisgeben kann zwischen Kinn und Stirn. Gesicht wäre viel zu profan im Hinblick auf die Bildnisse des Berliner Malers Clemens Gröszer. Bei ihm ist ein Antlitz nicht bloß Äußerlichkeit. Oft wird die Haut durchlässig für Gefühle, die von innen nach außen drängen. Aber auch durchlässig für den Blick von außen, der zu ergründen sucht. Da wird Melancholie offensichtlich, Ironie, auch Aggressives. Und bisweilen schaut man da auch auf eine verstörende Maske.

Clemes Gröszer: Engel MMVIIGröszer stellt jetzt in der Potsdamer Bertinistraße aus, an jener kulturhistorisch interessanten Meile, die bis zum Fall der Mauer in einen Dornröschenschlaf versetzt war und deren geschichtsträchtige Villen samt angrenzendem Lenné-Park nun, saniert und investitionsmutig bezogen, neue Bürgerlichkeit gewinnen.

Mitten hinein in diese neue Gründerzeit setzt der 59-Jährige seine "Antlitze", Gemälde, fast plastisch dichte Zeichnungen und Skulpturen aus den Neunziger und 2000er-Jahren. Es sind moderne Gestalten, diese Akte, diese chimärenhaften Bronzeengel auf der Weltkugel. Die fast porentiefen Porträts. Und zugleich sind dieser Werke auch altmeisterlich-manieristisch. Aktmodelle wie "Lydia" und "Monica mit rosa Handschuhen", die im Blick auf die Blöße der schönen, zugleich vergänglichen Körper zu Vanitas-Motiven werden.

Heidi Vogel, eine Bildhauerkollegin des Malers, ist auf ihre Weise eine Schönheit, allerdings eine mit gnadenlos scharfen Zügen. Realistisch Sicht und kritische Analytik gehen ins Eins. Gemalt ist die Frau ganz aus der malerischen Faszination des Köperlichen, das zugleich Wesenhaftigkeit meint. Hier wurde nicht idealisiert, aber auch nicht karikiert. Sie ist eine starke, eigensinnige, zugleich sensible Persönlichkeit, das besagen Augen, Mund, Nase - und die sich energischer Formung von Bildhauermaterial bewussten Hände. Letztere lassen an die Manier eines Cranach denken, beim "Antlitz" ist man auch an den Verismus von Dix erinnert.

Gröszers Bildwelt, dieses Spiel mit perfekten Lasuren, wird geradezu irritierend lustvoll vom Menschen beherrscht, von Frauen, nackt oder halb bekleidet, lasziv posierend, oft dominierend selbstbewusst, daneben Gegenstände, die mit Bedeutungen aufgeladen sind: exotische Pflanzen, opulenter Zierrat, magische Kugeln, schrille Dessous. Das Hervorheben von Individualitäten, mit dieser kühnen Mischung aus Trivialem und klassischer Lasur-Technik hatte dieser Maler schon in den Achtzigern eine Clemes Gröszer:  Monica mit rosa HandschuhenAußenseiterrolle in der Kunstszene eingebracht. Clemens Gröszer, an der Kunsthochschule Weißensee ausgebildet und danach Meisterschüler bei Wieland Förster an der Akademie der Künste, war Mitglied der Künstlergruppe Neon-Real (mit Harald Schulze und Rolf Biebl). Damit aber gehörte er weder Malern einer mythologischen Geheimsprache an, wie man sie in der Leipziger Schule pflegte, noch passte er in die weltabgewandt-arkadische Berliner Schule. Gröszer kultivierte und bewahrte sich - in seiner unorthodoxen Hinwendung zu Otto Dix, Christian Schad, Georg Schrimpf, bisweilen zu Magritte und de Chirico und Alten Meistern wie Cranach, Dürer, Holbein, Bosch - seine Eigenart, gerade auch im verwirrenden globalen Ismus-Kunstmarkttrubel heute.

"Alles, was ich sehe, ist nur Maskerade", äußerte er vor einigen Jahre, als er seinem Schlüsselbild "Marin a cholie" von 1983, das der Neuen Nationalgalerie Berlin gehört und in dem eine Hurengöttin vor Caspar David Friedrichs Kreidefelsen auf Rügen sitzt, in einer neuerlichen Malversion ein brutal kneifendes Korsett um Hüfte und Bauch schnürte. Das Monstrum verformt die weichen Körperzonen zu harten Wülsten. Das harnischartige Oberteil geht über in eine steife Halsstütze und von da in einen turmhohen Turban, den man auch als extremen Kopfverband sehen könnte.Clemes Gröszer: Portrait Heidi Vogel

Und auch heute steht nicht der Gesellschaftskritiker an der Staffelei, vielmehr ein durch und durch ästhetischer Beobachter, vielleicht auch ein Bonvivant. Es geht ihm nicht um soziale Vivisektion; ihn interessiert der malerische Selbstausdruck für das Changieren von Individualität im trivialen Welttheater.

Gröszer rückt hartnäckig Sinnbilder vom Menschen vor Augen, mal in subtiler Lasur, oft aber zugespitzt und ans Groteske stoßend. Die Details sind raffiniert ausgearbeitet und ästhetisch wohl kalkuliert. In diesen "Antlitz"-Bildnissen vereinen sich künstlerische Anmaßung, heutzutage seltene malerische Virtuosität und tiefe Demut vor dem, was ihm nach wie vor am allerwichtigsten ist, was nicht verschwinden darf aus der Kunst: das Menschenbild.

Foto: Hinter grüner Maske: Gröszers nackte "Monica mit rosa Handschuhen", 1997/2004.

Foto: Die Frau vor kaltgrünblau leuchtendem Hintergrund, vor sich ein Tuch mit Erdbeeren, malte Gröszer lebendig atmend. Zugleich scheint das intelligente Wesen der energisch wirkenden "H.V." auch sehr verwundbar zu sein

von Ingeborg Ruthe
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0824/berlinplanerkunst/0007/index.html


 
MÄRKISCHE ALLGEMEINE, 11. JUNI 2010
 

AUSSTELLUNG: PREUSSISCHER FRÜHLING Kommentare von Julia Theek, Moritz Götze und Sibylle von Preussen zum Luisenjahr im Kunstkontor am Jungfernsee

POTSDAM / NAUENER VORSTADT - Friederike hat sich Luise in ihrer Galerie geholt. Und es ist im gegenwärtigen Luise-Boom vielleicht die schönste, weil lebendigste und originellste Ausstellung über die von der Nachwelt „poetisch angehauchte“ (Leopold Ranke) und verklärte preußische Königin geworden. Friederike Sehmsdorf – welch treffend zufällige Namensgleichheit mit Luises jüngerer Schwester! – feiert mit dieser feinen Präsentation das dreijährige Bestehen ihrer Galerie in den Räumen in der Bertinistraße. Drei Künstler ihrer Galerie hat sie dazu eingeladen: Julia Theek, Moritz Götze und Sibylle von Preussen.

Moritz Götze beherrscht erst einmal die Eingangssituation. In seine präzis und naiv sich darbietende Malerei hat sich die Ironie eingenistet. Des Volkes Bild von Luise zeigt er in Moritz Götze: Der Traumdrei Arbeiten auf Papier. Auf einer Bildtafel steigt sie als Superstar, von Bühnennebel umhüllt, zwischen sternenübersäten Kulissen umjubelt zu ihren Untertanen herunter. Götzes aus Industrieemaille gefertigte Serien-Mädchen tragen Kleider mit Luisen-Szenen – Luise als modischer Gag oder Zeichen ihrer Inkarnation im Gegenwärtigen? Emaillemalereien prägen überhaupt die Auswahl, von Köpfen aus dem „Preußischen Walhalla“ mit Schinkel, Kant, Fontane und dem unabkömmlichen Friedrich II. bis zu einem Ölgemälde nach historischem Vorbild mit Luise und Schwester Friederike vor der Büste Wilhelm II., umgeben von einem erschlagend prunkvollen Emaillerahmen.

Doch dann folgt die relativ kleine Auswahl von Arbeiten Julia Theeks. Sie holt Luise erbarmungslos herunter vom Sockel, und das nicht zu deren Schaden – keine nebulöse Verehrung, sondern Achtung, jJulia Theek: Kaiser, König und Ikonea Hochachtung vor dieser Frau. Historie im ganz Persönlichen spiegelt ein Triptychon: Die junge Luise in ihrer glücklichen Potsdamer Zeit mit Briefzitat; Luise mit kriegerischem Helm in einer französischen Karikatur mit Briefzitat Napoleons und schließlich im Exil in Königsberg und ihrem Ausspruch „Wir sind auf den Lorbeeren Friedrich des Großen eingeschlafen“. Das alles ist, wie immer bei Julia Theek, mit einer aufwendigen Schablonentechnik gemacht. Man möchte dieses Triptychon in Paretz hängen sehen! Und noch ein Objekt gehört ins Museum, ein Schuhleisten und ein Damenschuh, die, auf den Punkt gebracht, mehr sagen als jede weitschweifige Erklärung über Luises Leben. In was für einen, im Inneren mörderischen, nach außen ordensgeschmückten Schuh hat das Leben Luise gezwängt! Standing Ovation für Julia Theek!

Aber da ist ja Preußen auch noch persönlich vertreten mit Sibylle von Preussen, preußisch angeheiratet. Preußische Ornamentik wird von ihr in Scherenschnitten entdeckt. Auch Sibylle von Preussen: AusblickKornblumen sind ihr Motiv, vom kräftigen Blau bis hin zur ersterbenden Farbe, dem von Friedrich II. geliebten Bleu mourant. Dem Berliner wurde dabei „blümerant“. Sibylle von Preussens Annäherungen an ein weit verbreitetes Porträt Luises sind in erblassender Farbigkeit ein Abschied von Luise. So rundet sich eine Ausstellung, die in Kunstwerken geistvoll und mit sinnlichem Genuss Historie erhellend vermittelt.

Von Arno Neumann
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11820271/60709/


 
 
Tagesspiegel vom 02.10.2009
 

IMPRESSIONISMUS IN DER MARK BRANDENBURGBarbara Klemm fotografiert wie eine Seiltänzerin, das Distanzmittel Schwarzweiß wird zum Netz

Eine Ausstellung in der Potsdamer Galerie Kunstkontor zeigt ihre Landschaftsbilder - ein Geschenk.

Junges Birkengrün, man meint zu spüren, wie sich Stämme wiegen und Blätter rauschen. Ein anderes Bild: Ruderboote auf trägem Gewässer, Impressionismus in der Mark Brandenburg. Oder: eine satte Wiese, Storch und Rindvieh in friedlicher Koexistenz. Es ist eine Zeitreise nach Arkadien, eine Sehnsuchtstour in brillantem Schwarzweiß, die der Betrachter gemeinsam mit der Fotografin Barbara Klemm antritt. Altmodische Fotos, ganz gewiss. Aber auch das Abenteuer einer Schönheit, die das Alter kennt.

Barbara Klemm ist ein diskreter Mensch. Die 1939 geborene Künstlerin streitet bis heute ab, eine zu sein. Als Redaktionsfotografin verhalf Klemm über drei JahBarbara Klemm: Havelberg, Mark Brandenburgrzehnte lang der FAZ – besonders dem Feuilleton und der Tiefdruckbeilage „Bilder und Zeiten“ – zu einem Gesicht. Bis zum altersbedingten Ausscheiden aus der Redaktion 2004 gehörte sie zu den produktivsten Fotojournalistinnen ihrer Generation. Seither arbeitet sie freiberuflich, geht weiter auf Reisen, betreut Workshops für junge Fotografen, am liebsten in Osteuropa. Barbara Klemm ist eine Fotografin im Unruhestand.

In der Potsdamer Galerie Kunstkontor, unweit des Havelufers selbst traumhaft schön gelegen, zeigt die Galeristin Friederike Sehmsdorf nun 23 Landschaftsfotos und zwölf Künstlerporträts von Klemm (alle Arbeiten gerahmt, je 980 Euro). Noch nie zuvor waren so viele ihrer Landschaftsbilder in einer Galerie versammelt, fotografiert hat Klemm sie für Barbara Klemm: Mark BrandenburgBücher wie Günter de Bruyns 1993 erschienenen Band „Mein Brandenburg“ oder Thomas Steinfelds Weimar-Buch. Nicht zufällig findet Klemm ihre Motive bevorzugt im Osten. Es sind die vergessenen, schwach bevölkerten, in der Zeit versunkenen Ecken, selbst wenn sie wie Schloss Sanssouci oder Pücklers Grabpyramide im Branitzer Park tagsüber von tausenden Touristen bestürmt werden. Klemm blickt zurück, auch formal. Gegenwart findet, etwa beim Foto der schaurig-schönen Abraumhalde des Tagebaus Jänschwalde, am Horizont statt. Oder, für Eingeweihte erahnbar, auf der Pillnitzer Schlossterrasse kurz nach dem Elbehochwasser 2002.

Barbara Klemm behandelt ihre Motive mit Empathie. Sie fotografiert wie eine Seiltänzerin, das Distanzmittel Schwarzweiß wird zum Netz. Klemms Einfühlungsvermögen, bei den Landschaften zuweilen in Absturznähe, garantiert bei ihren Künstlerporträts psychologische Tiefenschärfe. Wunderbar, wie der kleine, leicht gebeugte und dennoch unbeugsame Ost-Berliner Maler Horst Bartnig mit langem Rauschebart zwischen zwei abstrakten Großformaten steht. Oder wie Ingo Schulze, der Schriftsteller und Freund, gegen das Spiegeln und Irrlichtern einer Schaufensterscheibe ansitzt. Klemm macht Bilder klarster Komposition und höchster Raffinesse. Ein Geschenk.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 02.10.2009)
http://www.tagesspiegel.de/kultur/ausstellungen/Fotografie-Barbara-Klemm;art2652,2913678



MINISTERIN WANKA ERÖFFNET AUSTELLUNG
VON BARBARA KLEMM
Kulturministerin Professor Dr. Johanna Wanka hat heute im Kunst-Kontor Potsdam die Fotoausstellung „Landschaften und Künstlerporträts von Barbara Klemm“ eröffnet.

„Die Ausstellung von Barbara Klemm präsentiert Arbeiten von einer der bedeutendsten Fotografinnen Deutschlands“, lobte Ministerin Wanka in ihrem Grußwort. „Ihre schwarzweiß Fotografien geben Zeugnis von der historischen Entwicklung und der Gegenwart in einem jahrzehntelang geteilten Land. Viele ihrer Bilder sind zu "Ikonen der Zeitgeschichte" geworden und prägen das kulturelle Gedächtnis mehrerer Generationen. Klemms Arbeiten sind eine große Bereicherung zu den Ausstellungen, die im Rahmen von Kulturland Brandenburg „Demokratie und Demokratiebewegungen“ zu sehen sind“, so Ministerin Wanka weiter.Eröffnung der Ausstellung von Barbara Klemm

Die Ausstellung von Barbara Klemm widmet sich Landschaften und Künstlerporträts. sowie politischen Schauplätzen, die Begebenheiten von historischem Wert festhalten. Klemms besonderes Interesse gilt dem Leben in Deutschland, sowohl in Ost als auch in West. Mit ihrer Kamera fängt sie Alltagstypisches, historische Begebenheiten sowie Zeit- und Lebensgefühl unserer Gesellschaft ein und spürt in ihren schwarzweißen Bildreportagen den historischen Dimensionen nach. Einen Schwerpunkt bilden jene Fotografien, die in Deutschland vor und nach der Vereinigung entstanden sind.

Jahrzehntelang prägten Fotografien von Barbara Klemm das visuelle Bild der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie dokumentierte das politische, gesellschaftliche und kulturelle Zeitgeschehen und entwickelte ein untrügliches Gespür für Ereignisse der Zeitgeschichte.

 

(Pressemitteilung des MfWF Brandenburg, Nummer: 88/09 vom 06.09.2009)
http://www.mwfk.brandenburg.de/cms/detail.php?gsid=bb1.c.172943.de
Bild: Friedericke Sehmsdorf


   
 
MÄRKISCHE ALLGEMEINE, Termine 2009
 

AUSSTELLUNGEN: BARBARA KLEMM: LANDSCHAFTEN UND KÜNSTLERPORTRÄITS in der Galerie KunstKontor

Barbara Klemm ist eine der bedeutendsten Fotografinnen der Gegenwart

Was ist es, dass die Arbeiten von Klemm so heraushebt?
Barbara Klemm beschränkt sich in ihrer Arbeitsweise ausschließlich auf die Schwarzweißfotografie. Natürliches Licht gehört kompositorisch zum festen Bestandteil der Klemmschen Bilder. Inszenierungen, Arrangements oder künstliches Licht wird man bei Klemm vergeblich suchen. Dennoch haben die Bilder eine unverkennbare Dramaturgie. Es ist die besondere Einfühlung in ein Geschehen, einen Menschen, ein Ereignis, bei der sie kommende Momente in denen ein Bild eine bestimmte ästhetische und kompositorische Qualität haben wird, schon im Voraus ahnt und die Kamera dafür in Bereitschaft hält. Es ist diese spezifische Begabung in Bildern zu denken und damit etwas über die Zeit zu erzählen.Eine kleinen Spiegelreflexkamera oder ihre Leica gestatten Klemm genau diese Momentaufnahmen.

Barbara Klemm hat den Blick für das Besondere einer Landschaft, eines Gesichtes. Immer gelingen ihr Momente von großer Intimität..Von Brandenburgs Landschaften und dem Osten Deutschlands war sie schon lange vor der Wende fasziniert und ihre fotografischen Notate u.a.. zu Büchern von Günther de Bruyns „ Mein Brandenburg“ und „Deutsche Zustände“ scheinen zugleich vertraut als auch fremd. Immer wieder hat sie die Landschaft Brandenburgs und ihre Menschen mit der Kamera erkundet. Die anteilnehmende Distanz, die präzise Beobachtung machen diese Bilder zu wertvollen künstlerischen Dokumenten, so dass die Berlin- Brandenburgische Akademie der Künste die Künstlerin sehr bald in ihre Reihen aufgenommen hat. Barbara Klemm wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Mit ihrer ersten Ausstellung in der brandenburgischen Landeshauptstadt hat nun eine große Künstlerin den Potsdamern ein Geschenk gemacht. Ein schöner Film über die Künstlerin heißt „Schwarzweiß ist Farbe genug!“ - aber nur wenn man die Facetten des Lichts beherrscht wie Barbara Klemm.


 

   
 
MÄRKISCHE ALLGEMEINE, 04. April 2008
 

BESUCH IN ARKADIEN Ausstellung Malerei und Skulpturen in der
Galerie KunstKontor

Der Falkenseer Maler Hermann Lüddecke ist Friederike Sehmsdorf verbunden, seit diese in Falkensee ihre Galerie „Kunstkontor“ eröffnete. Nun beginnt sie ihre neue Saison in Potsdam mit Bildern aus Falkensee.

POTSDAM/FALKENSEE „Ein schöner Raum“, entfährt es Heinz B. Dreckmann, als der die Potsdamer Galerie Kunstkontor betritt. Er ist zum ersten Mal hier, Friederike Sehmsdorf Hermann Lüddecke: Clownessehatte zur Eröffnung der Galeriesaison 2008 geladen. Der Maler Heinz B. Dreckmann war aus Falkensee gekommen, um zu sehen, was ein anderer Falkenseer Maler in der Landeshauptstadt zeigt: Hermann Lüddecke.

Der Maler Lüddecke und die Galeristin Sehmsdorf kennen sich seit 2004. Damals eröffnete die Kunstwissenschaftlerin in Falkensee ihre eigene Galerie, zeigte darin Bilder von Hermann Lüddecke, mit dem sie seitdem immer wieder zusammenarbeitet. Nun hat sie den Künstler nach Potsdam an den neuen Sitz ihrer Galerie geholt. Eine charmante Galerie, wie alle Besucher beeindruckt betonen. Die Räume stellen dabei nicht einfach nur Kunst aus, sie scheinen mit den Bildern und Plastiken zu leben. Friederike Sehmsdorf bietet den Besuchern in der ersten Ausstellung des Jahres 2008 Malerei von Hermann Lüddecke sowie Terrakotten und Bronzen von Robert Metzkes. Unter dem Titel „Sphinx und Muse“ vereint sie die Werke der beiden Künstler, schafft damit eine Klammer für die Arbeiten, die fast alle in den letzten Jahren entstanden sind.

Beide Künstler haben eine Thema: die Frau. Sie huldigen deren Schönheit auf ganz unterschiedliche Weise. „Humor und feine Ironie kommentieren die wunderbare Erotik seiner Geschöpfe und das Verhältnis der Geschlechter zueinander“, beschreibt Frederike Sehmsdorf die Herangehensweise des Malers Hermann Lüddecke. Gern bedient er sich dabei der antiken Metaphern und Mythen, die Bilder „Ödipus“, „Leda“ und „Arkadien“ stehen dafür. Seinen eigenwilligen, unverwechselbaren Stil verfeinert er seit Jahren, die durchdachten Bildkompositionen und der souveräne Umgang mit der FarbRobert Metzkes: Muse auf dem Sockele zeichnen seine Arbeiten aus. In ihnen bleibt trotz gedrängter Bildfülle ein emotionaler Abstand zwischen den Personen, die nackte Frau wird nicht zur Schau gestellt, sie ist beschauens- und bestaunenswert, bleibt aber unberührbar.

Diese Unberührtheit lässt sich auch in den Arbeiten von Robert Metzkes ausmachen. Der aus Sachsen stammende Bildhauer wandte sich Mitte der achtziger Jahre Terrakotta zu. Seine oft großen Skulpturen und Büsten sind farbig engobiert. „Metzkes Figuren strahlen Gelassenheit und arkadische Lebensfreude aus“, lobt die Galeristin die in ihrer Unaufgeregtheit bewegenden Figuren. Dass Metzkes seinen Frauen auch in Bronze wunderbar ein Denkmal setzen kann, das wird in der Ausstellung an kleinen und großen Beispielen deutlich. Das ist Konzentration auf das Wesentliche, das Eigentliches, das Schöne ohne alle Inszenierungen. „Zum Verlieben“, schwärmte denn auch versonnen ein Betrachter – und es war nicht ganz klar, ob er den Terrakottakopf als künstlerisches Produkt oder das junge Frauengesicht an sich meinte.     Marlies Schnaibel (Artikel veröffentlicht ohne Bilder)

http://www.bbaktiv.de/_suche/4426/maz2008/c_200804/
besuch_in_arkadien__ausstellung_malerei.html



 
MÄRKISCHE ALLGEMEINE, 11. JULI 2007
 

52 MÄNNER BETRACHTEN DEN MONDHolzschnitte von Uta Zaumseil sind im Kunstkontor am Jungfernsee zu sehen

Auf der Staffelei im Kunstkontor, der Galerie von Friederike Sehmsdorf am Jungfernsee, steht ein über ein Meter hohes Bild. Der Blick fällt hinauf in von Licht durchbrochene Baumwipfel. Eine Leiter führt aufwärts, darauf aufsteigend in Rückansicht eine männliche Figur.

Auf den ersten Blick erscheint dieses in Grautönen gehaltene Bild eine digital leicht bearbeitete, stark vergrößerte Fotografie zu sein. Ein Irrtum. Es ist ein Holzschnitt. Von der Fotografie hergeleitet ist das Motiv. Für Uta Zaumseil, der Schöpferin dieser Arbeit, ist der Uta Zaumseil: Where is the love?Fotoapparat das Skizzenbuch. Sie sieht die Wirklichkeit durch das Objektiv und scheint damit im verderblichen Trend zu liegen, das als Realität zu nehmen, was Medien abbilden. Sie überträgt den fotografischen Blick auf die Holzplatte. Doch dann beginnt die Rückeroberung der unmittelbaren Wirklichkeit, die in der künstlerischen Transformation ganz zu ihrer eigenen Wirklichkeit wird.

Uta Zaumseil, geboren 1962 in Greiz, ist Holzschneiderin von Jugend an. Ihr Kunstlehrer hatte sie dafür begeistert. Ein späteres Kunstlehrerstudium brach sie ab. Sie blieb Autodidaktin. Bis zum Fall der Mauer arbeitete sie als Buchhändlerin, danach als freischaffende Künstlerin.

Was Respekt einfordert, sind handwerkliche Leistung und technische Souveränität. Ihre Bildstöcke, entweder große quadratische oder extrem lange Platten, erfordern, bei der Arbeit am Detail immer den Überblick über das Ganze zu behalten, im künstlerischen Spannungsfeld zu bleiben, wo es doch erst einmal um saubere handwerkliche Arbeit geht. Gedruckt wird mit den Füßen, was den malerischen Charakter von Farbflächen hervorruft. Es gibt Arbeiten von ihr, wo das Detail, etwa die Struktur von Wasserwellen oder Baumblättern, intensiveren ästhetischen Genuss bereitet als das Bildganze.

Die offensichtliche Absicht, dem fotografischen Blick auch in der Umsetzung auf den Druckstock verpflichtet zu bleiben, lässt ihre Arbeiten geradezu naturalistische Züge annehmen. Doch dann wird das Motiv surrealistisch verfremdet, in den herbstlichen Buchenwald wird die im Laub verdeckt liegende, schlafende Figur hineinmontiert oder auf dem verödeten Bahnsteig von Mehltheuer steht ein Pferd. Zum hintergründigen Witz wird die Situation, wenn in einer farbig konzentrierten wie großflächigen Arbeit mit Titel "Du bist Deutschland" im unendlich sich ausbreitendem Wasser eine männliche Figur mit Aktentasche unterzugehen droht oder wenn auf langgestrecktem Format 252 Männer den Mond betrachten. Spätestens hier fällt auf, dass die Figuren immer in Rückenansicht zu sehen sind. arno (Artikel veröffentlicht ohne Bild)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10972327/60709/


 

 
MÄRKISCHE ALLGEMEINE, 15. MAI 2007
 

PREUSSISCHE LANDSCHAFTGalerie "Kunstkontor" debütiert mit Malerei von Nicolaus

Potsdam hat eine neue Kunstgalerie. Ihre Lage ist außergewöhnlich. So abseits vom Stadtzentrum, so fern jeden Laufpublikums, dabei in einer hinreißend schönen Landschaft, gibt es kaum eine Galerie. Und dennoch steht sie inmitten einer historisch herausragenden Kunst- und Kulturlandschaft, die erst wieder entdeckt und belebt werden muss, auch durch das "Kunstkontor" der Kunsthistorikerin, Kuratorin und Galeristin Friederike Sehmsdorf.

Ihre Galerie in der Bertinistraße liegt dort, wo es zumindest für Autofahrer nicht mehr weitergeht. Das ehemalige Gärtnerhaus am Jungfernsee steht in Tuchfühlung mit einer der Nicolaus: Am Ruinenberg IIlegendärsten Villen Potsdams, der heute noch ruinösen Bankiers-Villa Gutmann, die einst eine der größten Potsdamer Privatsammlungen an Kunst beherbergte. Die Bertinistraße war ein Refugium betuchter Sammler und Künstler. Das soll sie wieder werden. Dass es öffentlich bleibt, dafür sorgt nicht zuletzt Friederike Sehmsdorf mit ihrer Galerie.

Ihren Namen als Galeristin, die vor einiger Zeit von Falkensee nach Potsdam kam, hat sie sich bereits mit Ausstellungen in der Villa Kellermann gemacht und damit das Profil der Potsdamer Galerienlandschaft sichtbar bereichert. Es ist gegenständliche Kunst, mit der sie ihr Ausstellungsprogramm profiliert. Es sind vor allem Brandenburger und Berliner Künstler mit Namen, immer wieder aber auch überraschende Neuentdeckungen, die sie mit ihren Werken zeigt.

Den Auftakt in der Bertinistraße macht Nicolaus, gebürtiger Berliner, wohnhaft im Brandenburgischen und seit seiner Jugend durch immer wiederkehrende Begegnungen mit Stadt und Landschaft Potsdam dem Flair des Ortes verfallen. Nach seinen Studien in den Kunsthochschulen Burg Giebichenstein und Berlin-Weißensee hat er sich zu einem originären Maler von Stadtlandschaften entwickelt. So beauftragte Friederike Sehmsdorf ihn für ihre Potsdamer Premiere, sich die hiesige Stadtlandschaft vorzunehmen. 28 Ölgemälde sind so für diese Ausstellung entstanden.

Die Stadt als Motiv bleibt Zitat am Rand der Bilder. Die Parklandschaft hat seine ganze Liebe gefunden, die er sich von der Seele malt. Es sind Seelenlandschaften, die Realität vor Augen und dennoch ganz aus dem Inneren heraus, mit all den sich verklärenden Erinnerungen, aber auch dem Wissen um Tradition und Zwiespältigkeit des Ortes, dennoch mit Begeisterung zum Bild geworden. Kunst und Natur sind Versatzstücke einer Realität, die zu malerisch brillanten Bühnenbildern des Lebens werden. Es sind hochromantische Bilder, ausgebremst mit sanfter Ironie, Selbstironie, wie Nicolaus betont. "Ich bin mutig genug, am Abgrund zu balancieren", am Abgrund des Allzuschönen. Es ist ein Rokokoparadies, das sich verwundert in die Gegenwart versetzt sieht. Nicolaus malt den "Preußischen Frühling" mit der Betonung auf Frühling. Dabei hat nahezu jedes Motiv seinen sehr gegenwärtigen Widerhaken von nächtlich tobenden Zentauren im Park von Sanssouci – Was sind Radfahrer gegen Pferde! – bis zum geistreich hintersinnigen Tableau mit Apoll, der Potsdams Musen in der Baukunst unterweist.    Arno Neumann (Artikel veröffentlicht ohne Bild)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10931472/60709/

 

 

| nach oben |

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

| nach oben |

Logo Kunst-Kontor Potsdam
KÜNSTLER DER GALERIE

ANTOINETTE

GUDRUN BRÜNE

RAINER EHRT

WIELAND FÖRSTER

HERBERT FRANZ

GRITA GÖTZE

MORITZ GÖTZE

KERSTIN GRIMM

CLEMENS GRÖSZER

JOHANNES HEISIG

SABINE HERRMANN

HORST HUSSEL
KERWIEN

BARBARA KLEMM

TIMM KREGEL

SUSANNE KREISSER

CHRISTOPH LÖFFLER

JENS LORENZEN

HERMANN LÜDDECKE

ROBERT METZKES

BETTINA MORAS

STEFFEN MÜHLE

NICOLAUS

PEER OLIVER NAU

EMERITA PANSOWOVÁ

BARBARA PUTBRESE

RALF WILHELM SCHMIDT

MONIKA SCHULZ-FIEGUTH

FRANK SEIDEL

STRAWALDE

JULIA THEEK

ANNA VONNEMANN

SIBYLLE VON PREUSSEN

CARL CONSTANTIN WEBER

LORE WILLMANN

UTA ZAUMSEIL